Die Ruine

Unser Haus, eine Ruine
Jutta kocht eine Wirsingsuppe mit Rinderhack
Jonathan versucht verzweifelt,
eine Zitrone zu pflanzen.
Und wir melken die Ziegen
Im Garten der Ruine
Bei Sommerende reifen unsere Kornäpfel
und in der Schule lachen sie über mich
weil wir derzeit kein fließend Wasser haben
aber meine Lehrerin mag mich so gerne
ich bringe immer Kornäpfel mit
und wir philosophieren über die Sterne
oben auf dem Dach, auf unserer Ruine

Der Winter lag bei -25° Celsius
und Opa hat ihn nicht geschafft
sein Grab liegt im Wald dort,
wo all die Haselnüsse wachsen
im Wald oben auf dem Hügel
nicht weit weg von der Ruine

In der Jugend, malte ich gerne rote A’s überall hin
Papa schimpfte als er eins auf der Tür der Ruine erblickte
Papa sammelt Pfandartikel in der Stadt, denn ihm fehlt ein Arm
er fiel vom Dach der Ruine
manchmal bringt er uns eine Tüte Weingummi mit

Und meine Schwestern zanken sich wieder
sie ziehen sich an den Haaren, wenn es kalt wird
aber eigentlich mögen sie sich
in ihren Zimmern hat Papa Öfen gebaut
Manchmal ist es kalt in der Ruine

Die Ruine, meiner Kindheit
denn alle nennen Sie so
für mich war sie das doch nie
sie war unser Zuhause,
denn,
es war dort schön gewesen