Die Schandesnacht Teil 2

Verwegen schaute Franziska in den Ort
aus ihren Lippen löste sich kaum ein Wort
Die Klinge in der Nacht zerbrach
als sie den alten Herren stach.
Sie sah das Blut wie Wasser triefen
Sah rote Säfte liefen.
Was habe ich blos mit meinem Mann gemacht
Ach wäre da nicht die Schandesnacht.
Die Kuh schaut jetzt so finster Drein
und Hof und Haus sind jetzt wohl mein.
Dieses Flitchen, diese alte Ziege,
wo ist sie hin, die Jugendliebe.
Hat er sie geliebt wie mich ?
Bereue ich jetzt den Messerstich ?
Er ,mein kleiner junger Bauersmann,
der jeden Tag sein Werk getan,
nicht Unschuldig in meiner Frage
Ob mein Gewissen mirs jetzt Sage.
War er es bei der Hofendame
die mit ihrem Kingsgehabe,
macht jedes Männerherz so weich
Das Schicksal spielt manch bösen Streich.
Jetzt bereut ers sicher mit dem Stahl im Rücken
Doch mein Plan ist voller Lücken.
Soll ich hier bleiben bei Hof und Hain ?
oder treibts mich in den Wald hinein.
Dort wo die Kräuterfrau, die Wilden mestet
und schwarzer Schein, die Frommen testet.
Ich will mir meine Erleuchtung suchen,
und auf den wahren Herren fluchen.
Als Sie den Wald in der Nähe sucht
Vollstreckt er sich des Mordes Fluch.
Denn Evariel der junge aus dem Land,
er zuckte noch als sie verschwand.
Und als sie bei der Hexe war,
wurde dem Jungen langsahm klar.
Mein Tode scheint so fern trotz Wunde,
ich bin geheilt in dieser Götterstunde.